Im Penny Markt

Ein schwäbischer Unternehmer macht’s möglich:
Fanartikel der australischen Superband AC/DC gibt es ab dem 29. Juni auch zum Discount-Preis

AC/DC brechen auf ihrer bis Sommer 2010 dauernden „Black Ice World Tour“ derzeit wieder alle Rekorde. Die Hallen und Stadien in Deutschland waren binnen Minuten ausverkauft, die Fans der Band völlig aus dem Häuschen. Mit dem bejubelten Konzert am Hockenheimring verabschiedeten die Young-Brüder und ihre Kollegen sich aus Deutschland. Nun aber wartet auf die unter Strom stehenden Fans ein Nachschlag der besonderen Art. Acht ausgesuchte Fan-Artikel mit dem AC/DC-Logo gibt es vom 29. Juni an in 2400 Discount-Märkten zu kaufen und zwar zum entsprechend günstigen Preis und unter dem Motto „Viel Metal für wenig Silber“. Man darf es schon als kleine Sensation bezeichnen, dass Merchandising-Artikel der australischen Hardrock-Superstars AC/DC nun auch beim Discounter um die Ecke zu haben sind.
Bisher gab es Caps, Badehandtücher oder Schlüsselanhänger der Pop- und Rocksuperstars ausschließlich bei deren Konzerten sowie bei lizenzierten Händlern im Internet zu kaufen. Hermann Mader, der mit seiner Firma „1trade“ eines der innovativsten Unternehmen für Werbemittel leitet, hatte die Idee, in der Wirtschaftskrise ein Zeichen zu setzen: „Nicht jeder Fan kann sich das Ticket für ein AC/DC-Konzert leisten und wenn doch, dann reicht's oft nicht mehr für Fan-Stuff. Wir konnten die Firma Anthill in New York und das AC/DC-Management davon überzeugen, dass es auch Fan-Produkte im niedrigeren Preisniveau geben muss und zwar beim Discounter um die Ecke.“

Natürlich werden nicht Fanartikel zu haben sein, die während der Tour käuflich erworben werden konnten, doch mit „1trade“ ist eine Firma am Start, die seit Jahren die bekanntesten Bands rund um die Welt mit Merchandising-Artikeln versorgt. Auch AC/DC auf deren aktueller Welttournee. Schlüsselanhänger, Lanyards, Flaggen oder Geldbeutel gehören zum Angebot der Firma von der Schwäbischen Alb, und die Fans der australischen Rock-Legende reißen sich darum. Nun also warten acht Produkte für den „Highway to Hell“, die Party am Baggersee oder den Weg in die Schule und zum Arbeitsplatz auf die Fans.

Der lebensgroße Angus Young wird die Fans zu den ausgewählten Produkten führen: Die CD „Black Ice“ mit 15 großen Hits der Band, Baseballcap, Badehandtuch, Flagge, College-Tasche, Schlüsselanhänger, Lanyard und Geldbörse.

Klar, dass die arrivierten Merchandising-Anbieter von Maders Idee, die Rock-Markenartikel nun auch im Supermarkt zu verkaufen, nicht eben begeistert waren. Doch Mader kann einen Teil der Befürchtungen abschwächen. „Wir starten diese zwei Wochen dauernde Aktion bewusst erst nach den deutschen AC/DC-Konzerten, denn wir wollen den Kollegen nicht das Geschäft verderben. Andererseits bin ich der Meinung, dass wir etwas für Fans der Band bieten, die sich im normalen Verkauf das Handtuch, die Baseballcap oder die College-Tasche nicht leisten können.“ Der Familienunternehmer aus dem schwäbischen Trochtelfingen vergleicht das mit den Bayern-Trikots, die gern getragen, aber für viele unbezahlbar sind. Oder er führt Karl Lagerfeld als Vergleich heran, der nicht ohne Grund eine Kollektion via H&M verkaufe. „Für das hohe Preissegment wird es trotz der Discount-Angebote immer ein Publikum geben“, ist Mader überzeugt. Genauso wie von seiner Idee, die zur Erfolgsgeschichte werden und die Supermärkte im deutschsprachigen Raum verändern soll. Er geht mit seiner Firma dabei volles Risiko, und das Management von AC/DC wagt sich ebenfalls auf unsicheres Terrain. Doch vom 29. Juni werden die Supermärkte von Rockfans gestürmt. Frei nach dem AC/DC-Motto: „Let there be Rock“.